Wölfe "Canis lupus"

Geschichte / Allgemeines rund um den
Wolf:
Ganz am Anfang wurde der Wolf verehrt, erst später
bekam er sein negatives Image zugesprochen. Er wurde zum Konkurrenten
vom Menschen, die in ihrer Besiedelung immer mehr zunahmen und mehr
Nutzen aus der Landwirtschaft zogen. Der Wolf töte das Vieh
der Bauern und das Wild der Jagdherrn. Somit wurde er zum Sündenbock
für die furchtbare Lebenssituation der Menschen gemacht. Ein
Symbol des Bösen, gleichgestellt mit dem Teufel selbst.
Gleichzeitig entstanden viele Mythen um und mit dem Wolf. Der Wolf
wird als Ursprung von Städten erwähnt, wie bei Milet
in Kleinasien oder Rom in Italien. In beiden Fällen
war es eine Wölfin (Italienisch: La Lupa),
die ausgesetzte Kinder aufgenommen hatte, die den Ursprung der Stadtgründung
wurden. In Rom waren es die Zwillinge Romulus und
Remus. In Delphi (früher Lyconia) in Griechenland
oder in Lycopolis in Ägypten wurde die Stadt
dem Wolfsgott geweiht. Wotan, der oberste Gott der Germanen
wurde ständig von 2 Wölfen (Geri und Freki) begleitet.
Im Gegensatz dazu, stellte der Wolf in Indien oder
in Skandinavien die Nacht dar, er war das Symbol
für das Ende der Welt. Gleichzeitig brachte man den Wolf aber
auch mit Mut und Ehre in Verbindung. Die Ureinwohner Amerikas,
die Indianer, sahen den Wolf als großen Pfadfinder und Lehrer.
Der Wolf war für sie ein großer und kraftvoller Geist
der Natur, von dem sie lernen und dessen Schutz sie erbaten. Selbst
die Eskimos, Griechen und Römer
hatten ein normales Verhältnis mit dem Wolf.
Die Vorfahren des Wolfes, waren Fleischfresser, die vor 100 bis
120 Millionen Jahren auf dem nordamerikanischen Kontinent lebten.
Er hat sich ursprünglich in den nördlichen Regionen entwickelt,
und sich von dort aus ausgebreitet. Vor etwa 55 Millionen Jahren
entwickelten sich die ersten Säugetiere mit Ansätzen von
Fangzähnen, aus denen sich später unsere heutigen Fleischfresser
(Hund, Katze, Hyänen und Bären) entwickelten. Der Cynodictis
entwickelte sich vor ca. 30 - 40 Millionen Jahre, er hatte schon
die gleiche Anzahl von Zähnen wie unser heutiger Wolf, war
aber kleiner und hatte einen flexibleren Körperbau. Die Läufe
waren wesentlich kürzer, er sah mehr nach einem Wiesel aus.
Mit der Zeit wurden die Läufe länger und kräftiger,
die fünfte, innenwendige Zehe entwickelte sich zu einem Überbleibsel
zurück, der Schwanz wurde kürzer. Der Wolf erreichte seine
heutige Form vor etwa 1 bis 2 Millionen Jahren. Der Canis
Dirus (Direwolf) lebte in der Eiszeit, er war sehr
viel größer als unsere heutigen Wölfe, starb aber
Ende der Eiszeit aus.
Die Zähmung und Domestizierung des Wolfes begann bereits vor
135.000 Jahren. es entstand eine lange und erfolgreiche Freundschaft.
Menschen jagten gemeinsam mit ihren neuen Gefährten. Drei Viertel
aller Hunde sind trotz ihrer Züchtung relativ nah mit dem Wolf
verwandt. Der Hund (Canis lupus familiaris = Wolf domestizierte
Hausform) stammt zweifelfrei vom Wolf ab. 250 Jahre
lang zählte man den Hund als eigene Spezies an, mit dem wissenschaftlichen
Namen Canis familiaris, erst 1993 berichtigte
man diesen Fehler und er bekam seinen neuen wissenschaftlichen Namen,
wo eindeutig hervorgeht das er zu der Spezies lupus, also Wolf,
dazugehört. Wölfe und Hunde können sich problemlos
miteinander paaren und bringen zeugungsfähige Nachkommen zur
Welt.

Die Ernährung
Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Großwild,
aber auch Beeren, Wurzeln, Obst, Heuschrecken, Fische, Mäuse,
Biber, Hasen, Eichhörnchen, Enten, Gänse, andere Vögel
und Aas. Der Nahrungsbedarf eines in freier Wildbahn lebenden, erwachsenen
Wolfes liegt bei etwa vier Kilogramm pro Tag, im Winter benötigen
sie 6,7 kg, sie können aber auch gute zwei Wochen ohne jegliche
Nahrung auskommen. Ein Wolf durchstreift am Tag im Durchschnitt
22 km durch den Wald. An manchen Tagen traben die Rudel sogar sechzig
Kilometer weit. Die Großtiere in der Beute sind Elche, Damhirsch,
Reh, Rothirsch, Wapiti, Weisswedelhirsch, Rentier, Bison, Moschusochse,
Steinbock, Muffon und das Wildschwein. Es sind derzeit 32 Hirscharten
bekannt. Größere Beutetiere werden meist bis auf die
stärkeren Knochen und besonders zähe Hautpartien völlig
verzehrt. Bleiben Reste, kommen die Tiere später wieder und
fressen weiter.
Doch die Jagd kann gefährlich sein und sogar bis zum Tod eines
Wolfes führen. Die Beutetiere verteidigen sich zwar in erster
Linie durch Flucht, können sich aber auch durch kräftige
Huftritte oder durch zuschlagen mit dem Geweih zur Wehr setzen.
Aus diesem Grund suchen sich die Wölfe meistens nur Kranke,
alte, schwache oder junge Tiere aus. Der Wolf hält die Population
der Beutetiere gesund. Wölfe schaffen es bei der Verfolgungsjagd
auf eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h, lassen aber oft
schon nach tausend Metern von der Beute ab. Dafür sind sie
ausdauernde Läufer, lange Strecken bei ca. 7 km/h können
sie problemlos schaffen.
Das Wolfsgebiss besteht aus 42 Zähnen. Sie haben oben und unten
jeweils sechs Fangzähne, zwei Eckzähne, acht Backenzähne
und vier Mahlzähne. Im Unterkiefer sind zusätzlich zwei
Backenzähne vorhanden. Die Fangzähne können von der
Wurzel bis zur Spitze gemessen, bis zu 6 cm lang sein, sie helfen
dem Wolf beim Fangen der Beute. Mit den Eck- und Backenzähnen
kaut und zerkleinert er zähes Fleisch. Die riesigen Mahlzähne
dienen dem Zermalmen von Knochen. Ein Jungwolf besitz nur 32 Zähne,
sein Dauergebiss bekommt er mit 6 - 7 Monaten.

Die Jagd
Bei der Jagd arbeiten die Wölfe als Team zusammen. Wenn genügend
Deckungsmöglichkeiten vorhanden sind versuchen sie die Beute
einzukreisen, um sie dann gemeinsam anzugreifen oder sich gegenseitig
zu zutreiben. In Deckungsarmen Gebieten führt nur die Hetzjagd
zum Erfolg. Ein, von der Herde abgetrenntes Tier wird vom ganzen
Rudel gejagt, dabei wechseln sich die Wölfe ab, um an der Spitze
zu laufen. Dies kann bei Tiefschnee sehr nützlich sein, da
das vordere Tier als Schneepflug dient und den nachfolgenden Tieren
den Weg frei räumt. Dies beansprucht sehr viel Energie und
das vordere Tier muss häufig abgelöst werden.
Eine andere Technik ist, das einige Wölfe, dass flüchtende
Tier nachjagen und es zum restlichen Rudel treibt, das im Hinterhalt
auf die Beute wartet. Wenn das gejagte Tier erschöpft ist,
haben es die Wölfe, die bis jetzt im Hinterhalt gelegen haben,
einfach. Größere Beutetiere werden oft tagelang abwechselnd
belagert. Wenn das Wild durch Schlafmangel erschöpft ist, haben
die Wölfe ein einfaches Spiel.
Wölfe versuchen ihre Beute zuerst zu verletzen, um es weiter
zu schwächen. Ein eingekreistes Tier wird öfters von allen
Seiten attackiert. Die Angriffspunkte sind die Beine, um die Sehnen
zu zerreißen, die Kehle und der Hals, die Bauchunterseite,
um die Bauchdecke aufzureißen und oft wird versucht, das gestellte
Tier am empfindlichen Äser zu packen und durch Drehen und Zerren
zu Boden zu ringen. Wenn die Beute am Boden liegt wird sie festgehalten
und zerrissen. Dies kann mehrere Minuten dauern.
Eine weitere Möglichkeit ist die Langzeitjagd. Das Tier wird
langsam über Tage verfolgt, wobei die Wölfe verhindern
das die Beute zum stehen kommt. Dadurch können Wiederkäuer
ihre Mahlzeit nicht verdauen (sie können es nur im stehen oder
liegen) dies führt zu Koliken und damit zu Schmerzen. Das geschwächte
Tier wird somit zu einer leichten Beute. Der Wolf befeuchtet große
Fleischstücke mit Speichel an und schlingt sie unzerkaut hinunter.
Kleinere Tiere verschlingt er ganz. Die kleineren Knochen zerbeißt
er, um an das Mark heranzukommen.
Bis heute ist nicht bekannt, dass ein Wolf einen Menschen vorsätzlich
angegriffen hat. Wenn dann waren es Verteidigungsangriffe. Wölfe
verteidigen ihren Nachwuchs mutig gegen jede mögliche Gefahr.
Selbst wenn ein Hund in ein Wolfsrevier eindringt wird er als fremder
Eindringling angesehen und wird ebenso angegriffen, vertrieben oder
getötet wie ein fremder Wolf. Wenn bei so einem Kampf der Hundbesitzer
dazwischen geht, kann es schon mal passieren, dass der Wolf einen
Biss verfehlt und den Hundebesitzer trifft.

Wolfsarten
Es sind viele Wolfarten bekannt, die sich durch ihre Größe
oder Fellfarbe untereinander unterscheiden. Auch der Lebensraum
brachten viele Wölfe ihre Namen ein. Sie leben in Familienverbänden,
die meistens acht bis fünfzehn Tiere beträgt, zusammen.
Ein Wolfsrudel beansprucht ein Gebiet von rund 100 - 400 km²,
es hängt von der Dichte der Beutetierpopulation ab. Die Grenzen
des Gebietes werden gut bewacht und durch Markierungsrituale alle
100 bis 200 Meter gesichert. Sie bleiben mit anderen Rudeln in Kontakt,
um sich zu paaren. Dies verhindert bei den einzelnen Rudeln eine
Inzucht.
Das Wolfsfell kann schwarze, weiße, graue und braune Haare
aufweisen, diese vermischen sich zu einem Gesamtton. Der Rücken
und der Schwanz sind meistens dunkler wie die Bauchregion, die Läufe,
die Ohren und die Schnauze, die meistens gelbbraun gefärbt
sind. Alte Wölfe werden in ihrem Fell grauer als Jüngere.
Das Deckhaar kann bis zu 10 cm lang werden und bildet eine Art Schirm,
der Regenwasser abstößt. Das Unterfell dient der Wärmeerhaltung
im Winter, er verliert es im Frühjahr.

Die Rangordnung / das Rudel
Die Rangordnung unter den Tieren ist fest vereinbart. Der Leitwolf
also Alphawolf führt das Rudel mit der Alphawölfin an.
Darunter folgen die unterwürfigen oder untergebenen Wölfe,
man nennt sie Betawölfe. Die Alphatiere erkennt man an ihrem
hochgestellten Schwanz, sie sind normalerweise voll ausgewachsen
und halten ihre Führungsposition bis zu acht Jahre lang. Der
Alphawolf zieht dem Rudel voraus und bestimmt die Marschrichtung,
während die Alphawölfin sich an seiner Nähe hält.
Der Betawolf zieht den Kopf und Schwanz in Anwesenheit eines Alphawolfes
ein, und demonstriert damit seine Unterwerfung. Sie sind zwar unter
den Alphatieren, haben aber einen höheren Stellenwert vom Rest
des Rudels.
Die jüngeren Wölfe oder ehemalige Alphatiere sind die
untergebenen Wölfe. Diese Wölfe spielen in der Welpenaufzucht
und Fütterung eine wichtige Rolle, die Anzahl der überlebenden
Wölfe hängt oft allein von der zusätzlichen Fürsorge
der untergebenen Wölfe ab. Im Umfeld der Höhle sind sie
von den wirklichen Eltern nur schwer zu unterscheiden. Um die angestauten
Aggressionen loszuwerden ist der Omegawolf (Rangniedrigster Wolf
im Rudel) die Zielscheibe, er übernimmt die Sündenbockfunktion
eines Rudels und wird als Aussätziger behandelt. Um die Misshandlungen
zu entgehen, versucht der Omegawolf häufig ein neues Rudel
zu gründen. Er ist an seinem glatt gelegten Fell, seinen angelegten
Ohren und dem tief zwischen den Läufen eingezogenen Schwanz
zu erkennen. Jedes Rudelmitglied hat seinen eigenen Willen.
Für Rüden und Weibchen existieren zwei getrennte Rangordnungen
im Rudel. Bei den Rangordnungskämpfen findet man auch nur Weibchen
mit Weibchen und Rüden mit Rüden kämpfen. Bei diesen
Kämpfen versuchen jüngere Tiere die Machtverhältnisse
zu ihren Gunsten zu verändern. Diese Kämpfe werden mit
Droh- und Unterlegenheitsgesten gekämpft, denn Wölfe gehen
Beißereien eher aus dem Weg. Das schwächere Tier gibt
häufig schon vor einem ernsthaften Kampf nach und legt sich
untergeben auf den Boden, er bietet dem Sieger somit die Kehle dar.
Der Sieger hat dadurch eine Aggressionshemmung. Durch diese Handlung
ist der Machtkampf beendet. Wenn beide Rudelmitglieder aber nicht
nachgeben wollen kommt es trotz allem zu ernsthaften Auseinandersetzungen
und Beißereien. Zu Kämpfen mit tödlichem Ausgang
kommt es extrem selten.

Die Körpersprache
Wölfe kommunizieren hauptsächlich mit der Körpersprache.
Ein fröhlicher Gesichtsausdruck besteht aus einem offenen Maul,
heraushängender Zunge und nach vorne gerichteten Ohren. Er
kann aber auch Misstrauen, Drohen, Angst und Unterwürfigkeit
zeigen. Das drohende Tier rümpft die Nase, öffnet das
Maul, bleckt die Zähne und richtet die Ohren voll auf unterstrichen
wird das ganze mit einem Knurren und Fauchen. Gleichzeitig versteift
er seine Schultern, stellt den Schwanz hoch, sträubt die Nackenhaare
auf und bläht sich regelrecht auf um größer zu wirken.
Das bedrohte oder verängstigte Tier lässt das Maul geschlossen,
legt die Ohren an und duckt sich damit er kleiner wirkt. Er hält
den Kopf gesengt und die Augen abgewandt. Er zieht seinen Schwanz
ein und kauert auf dem Boden. Der Alphawolf hat öfters einen
Starrblick drauf, dieser dient zur Kontrolle der unteren Ränge.
Das untergeordnete Tier wird sich sogleich geduckt davonschleichen.

Die Paarungszeit und Tragzeit
Während der Paarungszeit wenden sich die Alphatiere besonders
zu. Sie schlafen dicht beieinander, der Alphawolf ist immer dicht
bei seiner Alphawölfin, beide schrecken in dieser Zeit ihre
Rivalen mit Drohgebärden und Knurren ab. Während der Paarung
sondern sich die Alphawölfe häufig ein paar Tage vom restlichen
Rudel ab, es herrschen große Anspannungen im Rudel. Die Alphawölfin
muss in dieser Zeit ihre Autorität in der Gruppe durch Kämpfe
mit rangniedrigen Wölfinnen behaupten. Wenn die Paarung vorbei
ist kehrt die gewohnte Geselligkeit wieder ein.
Das Rudel konzentriert sich jetzt gemeinsam eine geeignete Höhle
für die Welpenaufzucht zu finden. Die Tragzeit beträgt
63 Tage, während dieser Zeit putzt das Rudel die Stammhöhle,
sucht nach einer neuen Höhle oder hilft der Alphawölfin
eine Höhle zu graben. Eine geeignete Höhle liegt gewöhnlich
auf einer Anhöhle, um das Umfeld besser überblicken zu
können. Wichtig ist dabei auch, das diese Höhle in Wassernähe
ist, da das Weibchen nach der Geburt nur ungern von der Höhle
weg geht. Der Eingang der Höhle bleibt recht klein, nur das
schwangere Muttertier ist der Zutritt erlaubt. Die Eingangsröhre
ist ein bis sechs Meter lang und mündet in eine leichte Ausbuchtung,
in der sich die eigentliche Kinderstube befindet. Das Muttertier
ist bis kurz vor der Geburt noch sehr beweglich und wendig. Die
Geburt kündigt sich wie bei allen Säugetieren mit Wehen
an.

Aufzucht der Neugeborenen / Welpen
Ein Wurf kann drei bis vierzehn Welpen umfassen, meistens
sind es sechs, sie kommen in einer Erdhöhle zur Welt. In Texas
ist es im Februar oder März soweit, in der arktischen Tunika
oft erst im Juni. Die Neugeborenen sind blind, taub, haben wolliges
Fellhaar, weiche Schlappohren und wiegen zwischen 300g und 500g.
Die ersten Wochen können die Welpen ihre Körpertemperatur
noch nicht selber regeln und sind auf ihre Mutter angewiesen, die
sie wärmt. Die Welpen werden ab der Geburt sofort gesäugt,
die Wölfin hat 5 paar Zitzen, um alle Welpen gleichzeitig zu
ernähren. Die Augen öffnen die Welpen am zwölften
Lebenstag, ab diesem Zeitpunkt beginnen sie bereits mit den ersten
Laufversuchen. Die Augenfarbe ist am Anfang blau und wechselt später
in gelb, grau oder braun.
Die Höhle verlassen die Welpen erst nach drei Wochen, wenn
sie hören können. Ab diesem Zeitpunkt fressen die Welpen
halbverdaute, ausgewürgte Fleischbrocken. Die Welpen werden
erst von den anderen gefüttert, wenn sie Demuts- oder Unterwürfigkeitsgesten
machen, dieses Verhalten bindet die Welpen an ihr Rudel. Wölfe
schaffen das Futter aus einem Umkreis von ca. 30 km herbei, um die
Mutter und ihre Welpen zu verpflegen.
Zwischen dem sechsten und siebten Monat werden die Milchzähne
durch die bleibenden Zähne ersetzt. Mit der Zeit werden sie
vom Rudel immer weiter von der Höhle weg getrieben, sie lernen
die Pfade, Gerüche und potentiellen Beutetiere kennen. Gleichzeitig
werden die Welpen in die Jagdtechniken des Rudels mit eingewiesen.
Es wurde schon beobachtet, wie erwachsene Wölfe mit der Jagd
begannen, sich dann zurückgeworfen hatten und den jungen Wölfen
das Feld überließen. So das sie die Jagd lernen konnten.
Mit dem ende des ersten Lebensjahres ist der Wachstum abgeschlossen.
Ein Wolf kann in der Wildnis bis zu zehn Jahren überleben
(meistens 6 Jahre), in Gefangenschaft bis zu 17 Jahren. Rüden
bekommen eine Schulterhöhe von 70 - 90 cm, Fähen liegen
bei 60 - 80 cm. Wölfe werden ab dem zweiten Lebensjahr Geschlechtsreif,
sein normales Körpergewicht beträgt 30-45 kg.

Laute
Wölfe können im stehen, sitzen oder liegen heulen. Meistens
heulen mehrere Tiere mit, damit es sich nach einem größeren
Rudel anhört. Wölfe heulen meistens vor und nach der Jagd,
als Rufzeichen damit sie sich versammeln können. Es wird aber
auch als Alarmzeichen benutzt wenn sich die Tiere im Umfeld der
Höhle befinden, als Signal bei einem Schneesturm oder während
eines Aufenthalts in einem Fremden Gebiet. Aber auch als Kontaktruf
bei größeren Entfernungen. Jedes Rudel hat seinen eigenen
arttypisches Heulgesang.
Dagegen bellen Wölfe wenig bis überhaupt nicht. Wölfe
geben nur ein kurzes, leises ausgestoßenes Wuff von sich,
dies machen sie als Hilferuf wenn sich ein Fremder der Höhle
nähert. Wölfe die mit Hunden aufgewachsen sind bellen
öfters als ihre wilden Verwandten.
Das knurren von Wölfen ist häufig bei Futteraufnahme und
den dabei vorkommenden Streitigkeiten zu hören. Es ist eine
Drohgebärde, wird aber eher von den spielenden Welpen gebraucht.
Das Knurren fängt mit einem hohen Jaulen an und endet mit einem
Sprung nach vorn, es wird eingesetzt wenn ein Wolf nach einem anderen
schnappt. Das lang gezogene Jaulen dauert meist zwischen ein bis
fünf Minuten und ist in stillen Nächten oft über
eine Entfernung von bis zu 250 km zu hören.

Sinne und Pfoten
Wölfe haben ein hoch entwickeltes Gehör und können
Geräusche bis zu 10 km Entfernung noch wahrnehmen. Sie können
sogar Hochfrequenztöne, wie die Laute der Fledermäuse
und Tümmler, wahrnehmen. Selbst wenn Wölfe schlafen, bekommen
sie noch jegliche Geräusche in ihrer Umgebung wahr. Er kann
seine Ohren in die Richtung des Geräusches drehen, und kann
so ganz genau bestimmen, aus welcher Richtung das Geräusch
kommt.
Dagegen können Wölfe relativ schlecht sehen. Dies beruht
auf einem Fehler der Fovea Centralis, einer kleinen Ausbuchtung
in der Mitte der Netzhaut des Auges. Da die Augen, wie beim Menschen
nach vorne gerichtet sind, können sie dreidimensional sehen.
Sie können im Dunkeln mehr und weiter sehen als der Mensch.
Sie gehen überwiegend Nachts auf Nahrungssuche, Tagsüber
ruhen sie meisens in versteckten Lagern in dichten Vegetationen.
Der wichtigste Sinn des Wolfes ist der Geruchssinn. Unter guten
Bedingungen können Wölfe ihre Beute bis zu drei Kilometer
Entfernung noch riechen und die Spuren können noch nach drei
Tagen wahrgenommen werden. Wölfe untereinander erkennen sich
ebenfalls am Geruch und das Revier wird mit Duftmarken, wie Urin
oder Kot, markiert.
Bei den Vorderpfoten haben die Wölfe fünf Zehen, hinten
nur vier, sie können einen Durchmesser bis zu 13 cm erreichen.
Im geballten Zustand sind sie robust und widerstandfähig, im
ausgespreizten Zustand können sie kleinere Objekte, wie Steine
oder Holzstücke, greifen oder über schwieriges Terrain
klettern. Beim Laufen lässt er die Pfote im geballten Zustand,
damit die Auftrittsfläche und Reibung möglichst gering
ist, sie sind Zehengänger.

Ausrottung und Ansiedlung
Wölfe wurden Systematisch seit 813 verfolgt, als Kaiser Karl
der Große seine Grafen verpflichtete. Der Wolf wurde zuerst
in England ausgerottet, als in Schottland die großen Wälder
gerodet wurden hat der Wolf seine Reviere verloren und hat sich
verzogen. 1846 war der letzte Wolf im Bayerischen Wald tot. Die
Tiere aus dem Brandenburgischen verschwanden kurze Zeit darauf ebenfalls.
Am 12.03.1866 starb der letzte Wolf im Odenswald, 1888 in der Eifel
und 1891 im Saarland. Seit 1982 sind die Wölfe ganzjährig
in vielen europäischen Ländern geschützt. Wölfe
passen sich ihrer Umgebung an und können somit fast überall
überleben. Die Vorraussetzung einer Ansiedlung, liegt in erster
Linie an dem Beutetierbestand und Platz wo sie ihre Jungtiere aufziehen
können. Der frühere Lebensraum reicht von der nördlichen,
arktischen Tundra, dem dunklen Nadelwald der Taiga und der südlichen
Mischwaldzone bis in die heißen Steppen hinein.
In den letzten Jahren wurde beobachtet, dass der Wolf sich in Spanien,
im nördlichen Italien, in den Seealpen Frankreichs und auch
in Deutschland wieder ansiedelt. In Schweden galten sie seit den
sechziger Jahren als ausgestorben, doch 1983 entdeckte man ein einzelnes
Paar mit einem Wurf Jungtiere. In den Karpaten, einem schmalen,
1315 Kilometer langen, stark bewaldeten und bewirtschafteten Gebirgszugs
leben 4000 Wölfe, 3000 davon allein in Rumänien. In Gebirgen
lebt er bis zu 2500 Meter hoch. In Oberlausitz im Dreiländereck
zwischen Deutschland, Polen und Tschechien suchten sich die Wölfe
ein Militär genutztes Truppenübungsplatz aus, um dort
seit 150 Jahren ihre ersten Welpen wieder aufzuziehen. Dieses Gebiet
lag auf einer der uralten Wolfsrouten.
Hier ist ein Projekt
zum Schutz von Russischen Wölfen: 
Mit einer kleinen Unterstützung kann schon vieles getan werden.
Es muss nicht immer nur im finanziellen Rahmen liegen, den Link
zu verbreiten kann auch schon helfen. Die Wölfe werden es einem
danken.

Wolfsfallen
813 nahm man Tellereisen, Netze, Wolfsangeln, Fallgruben, Fanggärten,
Hunde, Lockmittel, Luderplätze und Gifte her. Heutzutage legt
man Gift aus, stellt Fallen auf oder Jagd sie mit Gewehren.
Tellereisen
= gespannte Schlageisen die zuschnappt wenn sich ein Tier den Köder
holt.
Wolfsangeln
= mit Widerhacken versehene Eisenstücke, oft in Form eines
Fleischerhackens, auf dem ein Köder gespießt war, bei
komplizierten Formen sprangen vier spitze Haken mit dem Biss des
Wolfs auseinander und bohrten sich in seinen Rachen.
Wolfsgruben
= mit Weidegeflecht abgedeckt und mit Kippvorrichtung versehen,
das Tier stürzte in die Grube und wurde von den dort eingerammten
spitzen Pfählen aufgespießt. Angelockt wurden die Tiere
mit Köder.
Falls ein Wolf bei den Wolfsgruben überlebte wurde er gefangen
und entweder gleich getötet oder gefesselt abtransportiert,
um bei einer herrschaftlichen Lustjagd zu sterben. 1544 wurden Wölfe,
die gefangen waren, wie richtige verurteilte Personen gerichtet
und in aller Öffentlichkeit am Galgen aufgehangen.
Gift
= meistens mit "Krähenaugen" (verkleinerte Samen
des Strychnin-Baumes), ca. 2-12 Stunden danach war das Tier Tod.
Luderplätze
= Alte und Kranke Tiere (Pferde usw.) wurden den Wölfen zum
Fraß vorgeworfen. Die Inneren verteilten die Menschen im Wald,
um die Wölfe auf die Spur zu locken. Als die Wölfe beim
Körper des Beutetieres angelangt waren, wartete nicht nur das
Festmahl auf sie, sondern auch Jäger mit ihren Gewähren.
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