Medizinische und andere Erklärungen
"Existieren Vampire oder waren es (damals
noch) unentdeckte Krankheiten?"

Durch ein Pfählen des Leichnams werden die Gase freigesetzt,
es entsteht ein Geräusch, das man sehr leicht als das Schreien
eines Vampirs interpretieren kann. Blut und Fäulnisflüssigkeiten
sammeln sich in den Hohlräumen des Körpers und quellen
über die Atemwege und Körperöffnungen heraus (Nase,
Mund und Ohren). Sie schäumen und blubbern --> Dadurch "schmatzen"
die Leichen.
Durch eine akute Mangelernährung können Symptome wie
Verdauungsprobleme, Blässe und Übelkeit entstehen. Der
Betroffene wurde sehr lichtempfindlich, da die Pupillentätigkeit
eingeschränkt war und aufgrund der fehlerhaften Verdauung reagierten
die Menschen auf Gewürze (z. B. Knoblauch) mit Übelkeit,
diese Symptome erkannte der ungarische Arzt Georg Tallar bereits
1784.
Heutzutage ist nachgewiesen, dass begrabene Leichen 8x langsamer
verwesen als Leichen im Freien. Durch Luftabschluss (dichter Boden,
der nur wenig Sauerstoff durchlässt und enthält) kann
sich der Zeitfaktor noch verlängern, da die zersetzenden Bakterien
Sauerstoff benötigen. Metallsärge sind ebenfalls für
eine verlangsamte Verwesung bekannt (= Wachsleichen).
Die Naturmumifizierung war ein Beweiß für die unverwesten
Köper der Toten und das vegetative Leben des Leichnams zeigte
sich in der Tatsache, dass Haare, Finger- und Fußnägel
sowie die Haut noch gewachsen war. Die Oberhaut und Nägel schälen
sich ab, dadurch ist die untere neue Schicht (Lederhaut) sichtbar.
Durch die Faulgase, die den Körper aufblähen, kann man
die Entstehung von den "rosig und wohlgenährten Leichen"
zurückführen.
Durch Menschen verursacht
Bei manche Gebräuche bzw. Verhalten entstanden bei anderen
Menschen, die damit weniger zu tun hatten viele Gerüchte. Darunter
zählt u.a. der Kannibalismus, menschliche Opferungen für
"Götter", Leichenräuber, Grabschändungen.
Aber natürlich hatte die Kirche auch einige Gerüchte über
den Vampirismus in die Welt gesetzt, damit die Dorfbewohner noch
enger an die Kirche gebunden waren. Denn wer sich nicht an die kirchlichen
Gebote hält, wurde eindeutig zum Vampir.
Durch Tiere verursacht
Viele Tierarten waren zwar damals schon bekannt, allerdings wusste
man nur sehr wenig über die Tiere. So kam es schnell das gewisse
Tiere (z.B. Wolf, Rabe, Ratte, Schlange, Katze und die Fledermaus)
als "böse" angesehen wurden und in den Ruf gerieten
mit dem Teufel im Bunde zu sein.
Medizin
Ein wichtiger Punkt in der Entstehung des Vampirmythos ist auf jeden
Fall die Medizin. Viele Krankheiten waren damals noch unbekannt
und es kam nicht selten vor, dass Scheintote beerdigt wurden.
Mögliche Krankheiten:
Cholera
es ist eine weit verbreitete Seuche die über Russland nach
Europa kam, Die Symptome sind Erbrechen, Durchfall und Austrocknung
des Körpers. Die Erkrankten sterben ohne Behandlung bis zu
zwei Drittel innerhalb von sechs Tagen.
Salmonellenerkrankung
sie hat ähnliche Symptome wie die Cholera.
Tuberkulose
ist ein Gewebszerfall der Haut. Dies wiederum führt zu einem
schaurigen Aussehen des Erkrankten.
Tollwut
Die Symptome sind starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen,
Fieber, Kontraktionen des Kehlkopfes und Rachenbereichs, blutiger
Schaum vor dem Mund und ein Drang zum Umherstreifen und Beißen.
Dazu kommt noch, dass die Patienten eine krankhafte Angst vor Frischluft
und Wasser (z.B. Weihwasser) sowie eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit
entwickelt.
Migräneanfall
Die Symptome sind starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Sprach- und
Gleichgewichtsstörungen. Dazu kommt noch eine erhöhte
Empfindlichkeit gegenüber Lärm, Licht und Gerüchen.
Milzbrand
Nach etwa 2-3 Tagen zeigen sich die ersten Auswirkungen: Lymphdrüsenschwellung,
Fieber, Schüttelfrost, Atemnot --> dies führt oft zur
tödlich verlaufenden Lungenentzündung. Im Endstadium kann
es zu einer rötlich- bläulichen Verfärbung der Lymphknoten
am Hals kommen ("Würge- oder Saugmahle) = Viehkrankheit
- betrifft oft Rinder, Schweine, Schafe und Pferde. Durch Genuss
des Fleisches ist diese Krankheit auf den Menschen übertragbar
(Infektionskrankheit)
Anämie
Anämie bedeutet Blutarmut, es ist eine Erkrankung mit einer
Verminderung der roten Blutkörperchen, den Erythrozyten und
des Blutfarbstoffs Hämoglobin (Hb). Es gibt verschiedene Formen,
unterschieden werden die Anämien durch den Hämoglobin-Gehalt
(Hb-Gehalt). Es gibt drei Formen:
- Hypochrome Anämie
Anämie mit vermindertem Hb-Gehalt der einzelnen Erythrozyten
- Normochrome Anämie
Anämie mit normalem Hb-Gehalt der einzelnen Erythrozyten
- Hyperchrome Anämie
Anämie mit vermehrtem Hb-Gehalt der einzelnen Erythrozyten
Die Symptome sind Müdigkeit, erhöhte Herzfrequenz, Kurzatmigkeit,
Gelbfärbung der Haut, extreme Blässe. Die Ursachen können
Blutverlust (größere Verletzungen z.B. durch einen Vampirbiss),
verminderte Bildung roter Blutkörperchen (Schädigung des
Knochenmarks, Einsenmangelanämie bei chronischer Blutung oder
Eisenmangel) und durch vermehrten Abbau roter Blutkörperchen
(durch Minderwertigkeit der roten Blutkörperchen verursacht
durch Medikamente, chemische Substanzen, Antikörper, mechanische
Einflüsse, Kälte oder Wärmereize).
Porphyrie (erbliche Blutkrankheit)
Sie zeigt sich durch Lichtempfindlichkeit, anormale Behaarung und
Gewebeveränderungen.
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