zurück zur Startseite
Die Entstehungsgeschichte der Vampire
Allgemeines um das Thema Vampirismus
echte Vampire aus der Vergangenheit
TV, Leinwand, Theater, Literatur und Vampirladys
Die Chronik der Vampire von Anne Rice
verschiedene Namen von Vampiren der ganzen Welt
Poetische Werke, Gedichte und Lieder
Alles über die Tierart: Wolf
Alles über die Tierart: Fledermaus
Über unseren Zoo und uns selber

Sitemap - Übersichtsseite

Zum Gästebuch

zum Darkside-Chat

 

 

 

 




Gilles de Rais,
der Baron des Schmerzes

 

Angeregt durch ein Buch des römischen Historikers Suetonius,
welches die römischen Kaiser beim Missbrauch von Kindern zeigte,
begann de Rais Knaben und Mädchen zu vergewaltigen, zu foltern,
zu verstümmeln, zu töten und nach dem Tod erneut zu vergewaltigen.

 

1404 ist er, aus vornehm bretonischen Geschlecht geboren und zwar in Bretagne. Mit 11 Jahren verstarb sein Vater, er wurde von seinem Großvater Jean de Craon erzogen. Er kämpfte Seite an Seite mit Jeanne d`Arc gegen die Engländer. Gilles war zutiefst fasziniert von der lebendigen und in tiefem Maß inspirierten Beziehung zu Jeannes und zur geistigen Welt.

Dies war der eigentliche Grund, dass er ihr Gefolgsmann wurde und an ihrer Seite in die Schlachten zog. Er bekam für seine Tapferkeit vom König den Titel "Marschall von Frankreich". Gilles verbrachte zu seiner Zeit große Heldentaten, er schlug sich besonders kühn und tapfer, vor allem in der entscheidenden Schlacht gegen das englische Herr am 7. Mai 1429 bei der Festung Les Tourelles. Er war bekannt dafür, dass er gerne englische Kriegsgefangene aufknüpfte.

Er war bereits 1425 eine feste Größe am Hofe Karls VII. Während die Briten große Teile Frankreichs eroberten, half Gilles de Rais dem Monarchen sein Gesicht und seine Macht zu wahren.

Er blieb Jeanne und dem frisch gekrönten König Karl VII zunächst noch treu. Er wurde geehrt und geachtet und unterwarft weitere aufständische französische Städte im Namen des Königs. Eines Tages wurde Jeanne in einem Kampf verletzt und geriet in Gefangenschaft. Sie wurde verraten und im November 1430 an die Engländer verkauft und schließlich ein Jahr später verbrannt. Gilles verlor daraufhin sein Ziel, er irrte 3 Jahre orientierungslos durchs Land.

Angeregt durch ein Buch des römischen Historikers Suetonius, welches die römischen Kaiser beim Missbrauch von Kindern zeigte, begann de Rais Knaben und Mädchen zu vergewaltigen, zu foltern, zu verstümmeln, zu töten und nach dem Tod erneut zu vergewaltigen.

Er nahm später auch an schwarzen Messen teil bzw. veranstaltete diese selbst, auf denen er die Kinder zusätzlich ausweidete und Dämonen und anderen schwarzen Mächten opferte. Schwarze Magie und rituelle Morde war ein spiritueller Erkenntnisersatz. Die schwarze Magie als heroischer "Erkenntnisweg" war mit Menschenopferungen, Sadismus und Erniedrigung von Kindern verbunden. Menschenverachtung wird in dieser Magie zum Erkenntnisorgan.

 

 

Es wurde jedem auferlegt, der einen bestimmten Grad von Wissen erwerben wollte, dass er dieses Wissen nur erwirbt durch ganz bestimmte Empfindungsfähigkeiten, die man nur erwirbt, wenn man Mörder wird. Und so wurde keiner zugelassen zu einem bestimmten Grade dieser Initiation, ohne dass er einen Mord begangen hatte. Dieser Mord wurde unter ganz besonderen Umständen verrichtet.

Es war eine gewisse Einrichtung über Stufen führte es hinauf zu einer Art von Katafalk, von katafalkartigem Aufbau; da wurde nun der Betreffende, der gemordet werden sollte, angeschnürt, und zwar indem sein Leib so gebunden wurde, dass man dann durch die Windung, in die der Leib gebracht wurde, mit einem Schnitt den Magen ausschneiden konnte. Diese Operation, das Ausschneiden des Magens, musste vollzogen sein mit einer ganz besonderen Fertigkeit.

Und das, was man sich an Empfindungen gegenüber dem Leben erwirbt, indem man in das Leben hinein schneidet, und mit ganz besonderer Kunst unter ganz besonderen Verhältnissen hinein schneidet, das musste man erworben haben; dann konnte man einen bestimmten Grad im Wissen der Mechanisierung der Erde sich aneignen. Und jedes Mal, wenn man weiter kam in den Graden, mussten solche Morde weiterhin vollziehen werden.

Er soll sich in seinem Leben intensiv mit Alchemie beschäftigt haben, das Wissen hatte er 1426 von einem Ritter aus Anjou, der wegen Ketzerei gefangen genommen wurde. Er selbst hatte Gilles ein Buch über die Kunst der Alchemie und die Beschwörung der Dämonen überlassen. Mit 26 Jahren zog sich Gilles de Rais auf das Schloss Tiffauges zurück und pflegte dort einen derart ausschweifenden und luxuriösen Lebensstil, dass er bald einen Großteil seiner Ländereien verkaufen musste.

 

Seine Opfer

Sein erstes Opfer war ein Knabe. Er erwürgte das Kind und schlug ihm die Hände ab. Dann riss er dem Knaben das Herz und die Augen heraus. Das Blut bewahrte er auf, um damit okkultistische Texte zu verfassen. Fortan beauftragte er seine Vertrauten mit der Aufgabe, Kinder zu entführen. Und die Entführungsfälle nahmen ungeheure Ausmaße an. Er vergewaltigte seine Opfer; schlitzte sie dann auf und wühlte in den Eingeweiden.

Das verschwinden der Kinder fiel zwar aufgrund der großen Menge auf, jedoch trauten sich die armen Bauern nicht, Anklage gegen ihren Herrn zu erheben. Wenn de Rais mit seinem Gefolge von seiner Festung Tiffauges nach Schloß Camptoce oder zum Kastell von La Suze reiste, fehlten im entsprechenden Gebiet am nächsten Tag unzählige Kinder. Es waren Vieh hütende Kinder, Kinder von Dienern, Bauern, oder Kinder die zur Apfelernte oder zum Brot holen gegangen waren. Er veranstaltete regelrechte Schönheitswettbewerbe mit den aufgespießten und geschminkten Köpfen der Kinderleichen. Vorzugsweiße waren es Kinder zwischen 7 und 15 Jahren.

 

Die Erde

 

Er hatte mächtige Gönner, aber La Tremoilles, sein Gönner, wurde 1433 von Yolanda von Aragon aus dem Land gejagt. 1435 errichtete Gilles eine prachtvolle Stiftkirche in Machecoul

"zum Gedenken an die unschuldigen Kinder von Bethlehem,
zum Heil und zur Errettung seiner Seele".

 

Er wurde oft beobachtet, wie er in aller Frühe ganz allein durch die Gassen schlich, wenn man dann aber mit ihm reden wollte, antwortet er eher wie ein Verrückter als wie ein Mensch, der bei Sinnen ist.

Ab diesen Zeitpunkt ging sein Vermögen allmählich zu Ende und es wurden Notpfändungen veranlasst. Karl VII, der König, untersagte Gilles de Rais weitere Veräußerungen von Ländereien zu machen. Er konnte keine rechtsgültigen Verträge mehr abschließen, außer in der Bretagne, da es nicht mehr unter Karl VII unterlag.

Ab 1437 hatte Gilles sich ganz auf den Raub als Einnahmequelle beschränkt, es wurde gelegentlich bekannt, dass er Skelette aus seinem Schloss wegschaffen ließ. Der Bischof von Nantes, Jean de Malestroit, ermittelte heimlich gegen den Baron, konnte jedoch erst 1440 gegen diesen vorgehen, als Gilles de Rais ein Kind von einem Großgrundbesitzer entführte. Bei der Durchsuchung des Schlosses fand man zahlreiche Leichenteile und andere Beweismittel (Asche von Leichen, Wäschestücke).

Ab diesem Zeitpunkt begannen die Gerichtsinstanzen der Bretagne zu arbeiten. Selbst der Herzog und Bischof handelten nun endlich zusammen und griffen den verschanzten Rais an, und zwangen ihn somit zur Aufgabe.

 

Am 08.10.1440 wurde de Rais wegen Massenmord, Dämonenbeschwörung und Ketzerei an mindestens 140 Kindern angeklagt. Bei seinem Prozess in Nantes erklärte de Rais:

"Das Buch war mit Abbildungen versehen,
auf denen das Treiben heidnischer Kaiser dargestellt war;
und in diesem feinen Buche,
wie es Tibenus und Caracalla und andere Kaiser mit Kindern trieben,
und es ihnen besonderes Vergnügen bereitete, sie zu quälen.
Das erweckte in mir Wunsch, sie nachzuahmen,
und noch am gleichen Abend tat ich das,
was mir auf den Abbildungen vorgemacht wurde."

 

Am 15.10.1440 gestand der Baron unter Androhung von Folter und wurde schließlich am 26.10.1440 gehängt und verbrannt. (Im Alter von 36 Jahren). Nachweisen konnte man ihm 140 Morde, aber man war sich sicher, dass die Anzahl der getöteten Menschen sich auf mindestens 400 beschränkte.

 

Gilles de Rais in der Literatur
--> "Tief unten" von Joris Karl Huysman