Bram Stoker
Stoker zeigte ein auffallendes Interesse
an Okkultem
und Unheimlichem, vor allem an Vampiren.
Besonders, dass von 1872 stammende "Carmilla" von le Fanus
(der an der gleichen Universität studierte wie Stoker) faszinierte
ihn.
Abraham Stoker ist am 08.11.1847 in Clontarf (Dublin) als 3. von
insgesamt 7 Kindern geboren. Seine Eltern lebten in kleinbürgerlichen
Verhältnissen, er selbst war bis zu seinem 8. Lebensjahr ständig
krank, hatte Kinderlähmung, er konnte nicht aus eigener Kraft
stehen geschweige denn gehen und lernte das sprechen recht spät.
Dieses traumatische Erlebnis schlägt sich auch auf seine Bücher
aus.
Später wurde er Athlet, Fußballstar und absolvierte
das berühmte Dubliner Trinity College. Er immatrikulierte in
den Fächern Literatur, Geschichte, Mathematik und Physik und
wurde Lehrer. Diese Aufgabe erfüllte ihn jedoch nicht und so
wurde er Theaterkritiker und Journalist.
1871 schloss Stoker sein mathematikwissenschaftliches Studium mit
Erfolg ab und nahm eine Stelle als Staatsbeamter im Dublinger Schloss
an, dort arbeitete er fünf Jahre lang als unbezahlter Theaterkritiker
für die "Dublin Mail".
1876 heiratete er Florence Balcombe, im gleichem Jahr war er damit
beschäftigt eine Kritik über eine Vorstellung von Shakespeares
Hamlet zu schreiben, so lernte er den Shakespear Darsteller Sir
Henry Irving kennen und wurde 1878 für 27 Jahre lang bis zum
Tode Irvings (1905) sein Manager und Privatsekretär. Er musste
bis zu 50 Briefe pro Tag schreiben und ihn in die Vereinigten Staaten
begleiten. Dieser Schauspieler war die Person, dessen Charakter
anschließend seine Figur Dracula bekommen sollte. Man sagte,
dass sich Irving zu Stoker wie Dracula zu Renfield verhielt.
Zu der Zeit erschien sein erstes Buch "The Duties of Clerks
of Petty Sessions in Ireland". 1882 erschien von ihm eine Kurzgeschichtensammlung
"Under the Sunset" und 1989 seine erste Novelle "the
Snakes Pass". Stoker zeigte ein auffallendes Interesse an Okkultem
und Unheimlichem, vor allem an Vampiren. Besonders, dass von 1872
stammende "Carmilla" von le Fanus (der an der gleichen
Universität studierte wie Stoker) faszinierte ihn.
1890 bekam er Besuch von dem renommierten ungarischen Orientalisten
Herman Vanbèry, welcher später auch in seinem Roman
erwähnt wird und erfährt einiges über Vlad Tepes
und den Untaten welche ihm nachgesagt wurden. Bei Stokers weitern
Nachforschungen über den rumänischen Vampirglauben stieß
er auf merkwürdige Brauchtümer:
So war es in manchen Gegenden üblich, die Toten nach einigen
Jahren auszugraben, um festzustellen, ob die Leichen am Verwesen
waren. Wurde nur noch das Skelett gefunden, wusch man es mit Wasser
und Wein. Handelte es sich um einen außergewöhnlich gut
erhaltenen Leichnam nahm man an es handelte sich dabei um einen
Vampir und rammte ihm einen Pfahl durch den Leib oder schnitt sein
Herz heraus. Auch ein Aufruf des Bischof von Siges im Jahre 1801
lies die Menschen nicht davon abbringen, ihren Glauben zu vollziehen.
Am 26.05.1897 erschien sein Roman "Dracula"
Weitere Bücher von Bram Stoker waren:
- 1902 "The Mistery of the Sea"
- 1904 "The Jewel of the Sever Stars"
- 1906 "Personal Reminiscences of Henry Irwing", eine
Lebenserinnerung an Henry Irwing
- 1909 "The Lady of the Shroud"
- 1911 "The Lair of the White Worm"
Bram Stoker selbst hatte den Siegeszug seines Romans, oder besser
seiner Romanfigur, nicht mehr erlebt. Als er am 20.4.1912 an Überarbeitung
in London starb, war das Buch noch ziemlich erfolglos, wenn auch
bereits 1908 die erste deutsche Übersetzung in Leipzig erschienen
war. (Nach einer anderen Überlieferung zufolge, soll Bram Stoker
1912 an Syphilitis gestorben sein, angesteckt durch einen Seitensprung)

Über das Buch "Dracula"
Bram Stoker war von Le Fanus "Carmilla" so beeindruckt,
dass Jonathan Harker im ursprünglichen Einleitungskapitel des
Romans das Grab der Gräfin entdeckt. Das Kapitel wurde später
gestrichen, nach Stokers Tod aber als "Draculas Gast"
veröffentlicht.
Die Geburtslegende des Vlad Tepes ist in Segesvár-Sighisoara-Schäßburg
Legende geblieben.
Auch andere Fälschungen sind Legion, in einem Buch über
Dracula-Filme wird Siebenbürgen-Transylvanien als "rumänisches
Land jenseits der Berge", beschrieben: und, so heißt
es zum Beispiel: in Schäßburg lebte Dracula in einem
Haus mit massiven Mauern, das heute noch steht. In Wirklichkeit
war Schäßburg eine siebenbürgisch-sächsische
Stadt, die damals zu Ungarn, später zu Österreich-Ungarn
gehörte, erst seit 1919 ist sie rumänisch!
Zu Vlads Zeiten noch mit freiem Stadtrecht, lag sie im so genannten
"Königsboden" im Fürstentum Siebenbürgen,
und war nicht rumänisches Land bzw. gehörte nie zur Walachei.
Im Stadt-Zentrum einer siebenbürgisch-sächsischen Stadt
durfte kein Fremder siedeln oder gar Hausbesitz haben, Vlads Geburtshaus
kann nur in der Unterstadt gestanden haben. Aber dass er in Schäßburg
geboren wurde, ist wahrscheinlich.
Mehr zu Vlad Tepes erfahrt ihr hier
In Wirklichkeit gibt es Dracula und sein Schloss gar nicht: das
Schloss des Vampirs wurde von Bram Stoker erfunden und nicht in
den Südkarpaten, sondern 1897, 200 Kilometer nördlich,
in der Nähe der Stadt Bistritz am Borgo-Paß mit Romanmitteln
aufgebaut. Stoker war nie dort gewesen.
1925 wurde der Roman dann fürs Theater bearbeitet, 1927 gab
es in London bereits die 250te Vorstellung, und 1922 die erste Dracula
-Verfilmung: den berühmten Stummfilm "Nosferatu - Eine
Symphonie des Grauens" von Friedrich-Wilhelm Murnau. Erst der
Film hat Dracula so richtig bekannt und zu einer modernen Legende
gemacht.
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