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Der Vampir




Oh du, die wie ein Todesstreich
gedrungen in mein klagend Herz -
einer Dämonenhorde gleich
so stark, verrückt und wild,
und wild dort herrschst -
in meinem unterwürfgen Sinn
dein Reich dir bereitest und dein Bette -
S chändliche, der ich verhaftet bin
so wie der Sträfling seiner Kette,
so wie der Spieler seiner Sucht,
so wie der Säufer seinem Glas,
so wie die Made ihrem Aas!
Sei verflucht!
Oh, du Scheusal, sei verflucht!
Niedertracht, der ich verhaftet bin,
sei verflucht, sei verflucht!

 

Ersucht hab ich das rasche Schwert,
es möge Freiheit mir erzwingen,
die stärksten Gifte angefleht,
Erlösung mir Feigling doch zu bringen.
Doch ach! Wie sehr sie mich verlachen!
Voller Verachtung schallt ihr Ruf:
"Du bist wert es nicht,
dich frei zu machen
von des Sklaventumes Fluch!
Du Narr!
Selbst wenn
Erlösung dir
durch unsre Kräfte
widerführe,
ließen sie deine Küsse,
ließen sie deine Küsse,
ließen sie deine Küsse wiederkehren,
ihren Leichnam
wiederkehren als deinen Vampir!
Vampir!

 

Autor des Textes: Schneidewind, Friedhelm; Charles Baudelaire
Melodie: Meditation für Violine und Klavier
Komponist der Melodie: Charles François Gounod