
Frühmorgens, der Wecker klingelt.
Mein erster Gedanke: „Wo bist Du?“
Die Augen werden aufgerissen, Schock.
Du bist nicht an Deinem normalen Schlafplatz.
Aufspringen, ich muss Dich suchen,
Wie geht es Dir? Was machst Du gerade?
Irgendwann finde ich Dich,
verschlafen schaust Du mich an,
Du wunderst Dich „Was soll die Panik?“
Verliebt nehm ich Dich in den Arm,
die Uhrzeit wird vergessen, alles wird vergessen,
wir sind zusammen, Du und ich.
Du weißt, Du bist in Sicherheit,
voller Vertrauen kuschelst Du Dich bei mir ein,
Dein Schlaf geht weiter, die Träume warten ungern,
Deine Augen fallen zu, Dein Näschen im Fell.
Deine Glieder ruhen sich aus, so sollte es sein.
Du bist da, die Sorge über Nacht war umsonst.
Verdammt, die Zeit derweil nicht stehen geblieben,
sanft leg ich Dich zur Seite, nun heißt es beeilen.
Fertig machen, aus dem Haus gehen, die Arbeit ruft.
Meine Gedanken bleiben bei Dir, was ist wenn…?
Langsam schreitet die Uhr auf Mittags zu,
ich komme bald zu Dir, warte, bitte warte, geh nicht fort.
Endlich Mittag, der Stift wird hingeschmissen
und der Weg führt nach Hause, zu Dir.
Kaum angekommen, führt der erste Weg in Deine Nähe.
Wo bist Du jetzt schon wieder? Dein Bett ist leer.
Ist es inzwischen passiert? Sehen wir uns nie wieder?
Ich suche Dich, doch Du bleibst verschollen.
Eine Bewegung unter der Bettdecke. Bist Du das?
Nein, leider nicht, die Suche geht weiter.
Endlich finde ich Dich, liebevoll nehme ich Dich in die Arme
Gebe Dir das was Dein Körper zu wenig hat,
Deine Zunge nimmt es gierig auf, meistens zumindest.
Friss es auf, werde stark und niemals schwach.
Deine Augen glänzen, Dir geht es gut,
Du forderst mich sogar zum spielen auf.
Ein Zeichen das es Bergauf geht?
Und das schlimmste überstanden ist?
Mein Herz freut sich mit Dir, doch leider…
Es kann nicht sein, mein Wissen spricht andere Wörter.
Die Pause an sich schon vorbei, doch stören tut es keinen,
Du genießt die Zeit, wie ich auch. Doch irgendwann…
Abschied nehmen… Ich muss wirklich wieder…
Bitte warte, ich komme wieder. Geh nicht fort. Bleib!
Und noch einmal zu spät gekommen, anderen fällt es auf,
jedem fällt es auf: „ich war bei ihm, er brauchte mich!“
Keiner kann es verstehen. Sind wir mit unserer Liebe allein?
Eine neue Aufgabe wartet auf mich, doch sorry…
Lösen kann ich es nicht. Meine Gedanken sind daheim,
bei ihm. Er braucht mich, ich brauch ihn. Wir gehören zusammen.
Jeder Augenblick der verstreicht ist eine verlorene Sekunde,
Ich hätte sie mit Dir verbringen können…
Ungeduldig abwarten, was machst Du derweil? Wie geht es Dir?
Brauchst Du etwas? Fehlt Dir was? Ich möchte nach Hause.
Endlich ist es soweit, voreilig verlass ich das Büro,
die Arbeit kann liegen bleiben. Morgen ist auch noch ein Tag.
Doch heute könnte Dein letzter Tag sein, schnell nach Hause.
Diesmal finde ich Dich gleich, ein Stein fällt mir vom Herzen.
Dir geht es soweit gut, doch wir lange? Wie viel Zeit haben wir
noch?
Diese Gedanken werden verdrängt, Du allein bist jetzt wichtig.
Meine ganze Zeit widme ich Dir. Du hast es Dir verdient.
Alles andere bleibt erst einmal liegen, alles andere ist egal.
Nun wirst Du verwöhnt, brauchst Du noch etwas?
Du bekommst es, keine Sorge, sag es nur, ich hol es Dir.
Der Tag geht so langsam zu Ende. Wieder einer weniger.
Morgen fängt alles von vorne an. Morgen?
Ist es Morgen soweit? Dein letzter Tag kommt,
in naher Zukunft? In ein paar Jahren? Ich weiß es nicht.
Wir werden die Zeit genießen. Jeden Tag aufs Neue.
Noch können wir gegen das Böse ankämpfen. Noch.
Ich weiß nur eins, Du liegst bei mir auf dem Schoss,
Ich kann Dich spüren, ich kann Dich fühlen.
Dein Atem geht leicht, Du schläfst tief und fest.
Ich fass Dich an, noch geht es, noch kann man es machen.
Verschlafen schaust Du mich an, Dein Blick spricht Bände.
Du bleibst für immer hier. Wir werden nie getrennt sein.
Gewidmet an mein Frettchen "Gismo",
der nach seiner Krankheit am 20.08.2007 für immer eingeschlafen
ist.
von Nosferatu-g
zurück zum
Tierfriefhof